Erfahrungsbericht „Sattel richtig auflegen“

Ich habe seit 10 Jahren eine Appaloosa-Mix-Stute (inzwischen 16 Jahre alt), mit der ich als Freizeitreiterin im Westernstil unterwegs bin. Vor 2 Jahren machte ich eine Ausbildung zur Hufpflegerin, und übe diese Tätigkeit seither nebenberuflich aus.

Mit meinem Pferd nehme ich seit ca. 5 Jahren Unterricht bei einer Westerntrainerin. Nun ist mir seit meiner Hufpflegeausbildung aufgefallen wie kurz mein Pferd mit den Bewegungen der Hinterhand geworden war (im Vergleich zu den Anfangsjahren). Sie ließ die Hufe hängen und schliff sich dabei die Zehen ab. Ganz extrem war es bergab. Wir kamen kaum noch vom Fleck. Ich dachte an einen unpassenden Sattel und kaufte mir im Februar 2016 einen anderen Sattel, einen Distanzsattel in Westernausführung. Aber unser Problem hat sich dadurch nicht gelöst. Im Gegenteil: Im Oktober habe ich mit Entsetzen festgestellt, dass sich hinter den Schulterblättern in der Sattellage Kuhlen gebildet hatten.

Durch Zufall lernte ich zu dieser Zeit Frau Zippold über die Hufpflege kennen. Was sie mir über die Lage des Sattels auf dem Pferderücken erklärt hat widersprach allem was ich bisher gelernt hatte. Trotzdem wollte ich es ausprobieren. Frau Zippold hat mir ein Pad mit Visco-Schaum vorne aufgepolstert, da mein Pferd auch hinten überbaut ist und der Sattel deshalb vorne etwas höher liegen muss um nicht auf die Schulter zu rutschen.  Außerdem habe ich jetzt ein dick gepolstertes Lammfellpad, anstatt einer dünnen Schabracke vorher. Dazu sattle ich seither deutlich weiter hinten, also nicht mehr auf die Schulter, sondern direkt dahinter.

Innerhalb von Wochen bemerkte ich erste Verbesserungen. Nach 4 Wochen waren die Hinterhufe nicht mehr so abgeschliffen, nach 8 Wochen war kaum noch etwas davon zu sehen. Mein Pferd kann wieder mit fleißigem Schritt bergab gehen. Nach inzwischen 10 Wochen sind die Kuhlen hinter den Schultern bereits deutlich besser.

Ich bin sehr froh, dass wir durch diese Maßnahmen endlich wieder mit Freude zum Reiten kommen!

Dezember 2016, Barbara G.- Hufpflegerin